Open Peer Review

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Grundsätzliches

Gemäß der Open Access Policy der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) setzt FAU University Press auf eine möglichst offene Wissenschaftskommunikation. Dies beinhaltet auch eine nicht-anonyme Begutachtung der eingereichten Buchmanuskripte.

Wissenschaftliche Buchprojekte entstehen oftmals in einem langjährigen Prozess unter immensen Aufwand. Die wichtige Entscheidung für und wider die Veröffentlichung sollte nicht durch ein anonymisiertes Urteil gefällt werden, sondern im wissenschaftlichen Diskurs. Randomisierte kontrollierte Studien (etwa Van Rooyen et al. und Vinther et al.) haben ergeben, dass die Qualität der Veröffentlichungen bei einer Umstellung eines Blind Review-Verfahrens auf Open Peer Review gleich bleibt.

Eines der Hauptargumente gegen Open Peer Review ist die Befürchtung, dass insbesondere jüngere Gutachter durch den Verlust der Anonymität beeinflussbar werden. Beispielsweise könnten in diesem Szenario etablierte Professorinnen und Professoren zurückhaltender oder positiver bewertet werden, um sich zukünftige Karrieremöglichkeiten an deren Einrichtung offenzuhalten. Eine entsprechende Benachteiligung eines Gutachter, der kritische Hinweise geschrieben hat, wäre jedoch ein klares wissenschaftliches Fehlverhalten (siehe DFG Empfehlung 17: Hinweisgeber).

Dennoch beauftragt FAU University Press nur langjährig anerkannte Forscherinnen und Forscher aus den unterschiedlichen Disziplinen zur Buchbegutachtung, die mit Blick auf die oben genannten Überlegungen nicht beinfluss- und erpressbar sind.

Die Gutachter

FAU University Press unterscheidet zwischen drei Produktlinien.

  • Die Premiumreihen der „FAU Forschungen“ werden durch den gesamten Wissenschaftlichen Beirat des Verlags begutachtet. Dieser setzt sich aus renommierten Forscherinnen und Forschern zusammen, die in keiner Geschäftsbeziehung oder sonstigen Abhängigkeitsbeziehung zum Verlag stehen. Als unabhängiger Beirat überwacht er zudem generell die wissenschaftliche Qualität und Seriosität der Aktivitäten des Verlags.
  • Die Reihen der „FAU Studien“ enthalten primär Dissertationen und Magisterarbeiten. Hier erfolgt die Begutachtung durch die Reihenherausgeber, zusätzlich ist eine Empfehlung des jeweiligen betreuenden Lehrstuhlinhabers erforderlich. Auch die Reihenherausgeber haben keinen monetären Nutzen durch Reihenveröffentlichungen, sondern stehen allein für die wissenschaftliche Qualität der hierbei erscheinenden Titel ein.
  • In der Reihe „FAU Drucke“ sind Einzeltitel wie etwa Ausstellungskataloge enthalten. Diese durchlaufen in der Regel keinen formellen Peer Review Prozess, können aber, falls die Verlagsleitung die Notwendigkeit hierzu sieht, von den Fachreferenten der Universitätsbibliothek begutachtet und konstruktiv begleitet werden. Da FAU University Press organisatorisch eng in die Universitätsbibliothek eingebunden ist, zählen die Fachreferenten formell nicht als externe Gutachter, sind aber natürlich dennoch dazu angehalten, die Qualität bestmöglich zu sichern.

Zusätzlich zu diesen klassischen Produktlinien erscheinen inzwischen neu einige interdisziplinäre Reihen wie „FAU Kunst und Bildung“ oder „FAU Lehren und Lernen“. Diese werden in der Regel von einzelnen oder allen Mitgliedern des jeweiligen interdisziplinären Zentrums, zum Beispiel dem Interdisziplinären Zentrum Ästhetische Bildung (IZÄB) herausgegeben und äquivalent zu den „FAU Studien“ durch die Reihenherausgeber begutachtet.


Alle Reihenherausgeber und Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats sind unter http://www.university-press.fau.de/herausgeber.shtml zu finden, die Fachreferenten der Universitätsbibliothek auf folgender externen Seite: https://ub.fau.de/bibliotheken-sammlungen/die-ub-erlangen-nuernberg/kontakt/fachreferenten/.

Der Ablauf des Begutachtungsverfahrens

Eingereichte Buchprojekte werden zunächst von der Verlagsleitung geprüft. Falls die Manuskripte den Annahmekriterien entsprechen, wird bei den „FAU Forschungen“ der Wissenschaftliche Beirat kontaktiert und das Begutachtungsverfahren angestoßen. Das Verfahren folgt den unten genannten Richtlinien. Das abschließende Votum mit den Begründungen und Begutachtungshinweisen wird dem Autor weitergeleitet. Er ist angehalten, diese umzusetzen oder, sollten aus Autorensicht ungerechtfertigte Hinweise gemacht worden sein, die kritischen Punkte zu verteidigen. Im Bedarfsfall kann eine gemeinsame Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats zur Diskussion einberufen werden. Sollten umfangreiche Änderungen nötig sein, erfolgt nach der Umsetzung eine weitere Begutachtungsrunde.

Bei den „FAU Studien“ erfolgt eine äquivalente Begutachtung durch die Reihenherausgeber nach positivem Votum des jeweiligen betreuenden Lehrstuhlinhabers und der Verlagsleitung. Im Bedarfsfall kann eine gemeinsame Sitzung mit der Verlagsleitung zur Diskussion einberufen werden, sollten aus Autorensicht ungerechtfertigte Hinweise gemacht worden sein.

Alle Gutachter haben sich verpflichtet, ausschließlich hinsichtlich der wissenschaftlichen Qualität des Manuskripts zu diskutieren und zu evaluieren. Die Reihenherausgeber sollen darüber hinaus dessen Relevanz für die fachliche Ausrichtung der spezifischen Reihe einschätzen.

Richtlinien für die Begutachtung

FAU University Press hat das Ziel, akademische Literatur in hoher Qualität und zu attraktiven Konditionen zu produzieren. Der Verlag ist durch die personelle und organisatorische Einbindung in die Organisationsstruktur der Universitätsbibliothek nicht auf die Gewinnerzielung angewiesen. Dadurch wird eine hohe Unabhängigkeit erzielt, wodurch der Fokus auf die Qualität anstatt Quantität gelegt werden kann. Um dieses Anliegen umzusetzen, sind dem Verlag folgende Aspekte bei der Bewertung der eingereichten Manuskripte besonders wichtig; die Gutachter sind angewiesen, auf diese zu achten und den Grad der Umsetzung und hierfür nötige Korrekturen niederzuschreiben:

  • fachliche Relevanz und Originalität
  • Offenheit und Nachnutzbarkeit der Methoden und Ergebnisse
  • qualitativer Quelleneinsatz, das heißt ein korrektes, plagiats- und trendfreies Zitieren der international wichtigsten Referenzwerke zum Thema
  • wissenschaftlicher Anspruch des Manuskripts (strukturierter Aufbau, Nutzung des Fachvokabulars, Nachvollziehbarkeit der Argumentation, professioneller Fremdspracheneinsatz, falls das Manuskript nicht in der Muttersprache erscheinen soll

Die Manuskripte werden erst nach der Begutachtung gesetzt, das heißt Gestaltungsfragen müssen gutachterseitig in der Regel nicht berücksichtigt werden, es sei denn, die Darstellung hat eine starke inhaltliche Komponente.)

Das Gutachten ist in der Regel dreiteilig. Der wichtigste Teil ist das Votum:

  • Akzeptiert ohne Überarbeitung
  • Akzeptiert mit kleineren Überarbeitungen
  • Akzeptiert mit größeren Überarbeitungen
  • Abgelehnt

Der zweite Teil beinhaltet eine Begründung des Votums mit Bezug auf die oben genannten Aspekte und deren jeweilige Gewichtung. Beispielsweise können einzelne sprachliche Schwächen (Grammatik, Fremdspracheneinsatz) noch keine Ablehnung begründen. In diesen Fällen kann jedoch auf ein externes Korrektorat und Lektorat verwiesen werden. Der dritte Teil umfasst konkrete Korrekturhinweise und Nachfragen. Diese werden direkt im Dokument eingetragen, zum Beispiel über die Kommentarfunktion.